Fernspeisung, wie Power over Ethernet (PoE), ist eine beliebte Methode der Gleichstromversorgung unter Verwendung von Kommunikationsverkabelung mit über 100 weltweit installierten Knoten. Power-over-Ethernet befindet sich in der Entwicklung: von der anfänglichen Erzeugung von bis zu 15 Watt am Power Source Equipment (PSE, Stromquellenausrüstung) gemäß IEEE-Standard. 802.3af-2003 auf bis zu 30 Watt gemäß IEEE-Standard 802.3at-2009 bis zu einer weiteren Erhöhung gemäß dem Projekt IEEE P802.3bt zur Erzeugung von bis zu 90 Watt am PSE. Wichtig hierbei ist, dass alle PoE-Energiepegel und -klassifizierungen den SELV(Safety Extra Low Voltage)-Anforderungen von 60 Volt und den LPS(Limited Power Source)-Anforderungen von 100 VA (Watt) gemäß IEC 60950-1 entsprechen. Das heißt, PoE ist eine risikoarme, zuverlässige und kosteneffektive Anwendung für die Bereitstellung von Energie über die gleiche symmetrische Twisted-Pair-Verkabelung, die auch für die Datenkommunikation eingesetzt wird.

Organisationen, die sich mit der Entwicklung von Standards für die Verkabelungsinfrastruktur beschäftigen, wie TIA, ISO/IEC, CENELEC, NEC und BICSI, haben Spezifikationen anhand von Design-, Installations- und Betriebsrichtlinien veröffentlicht bzw. arbeiten an deren Entwicklung, um die zuverlässige und robuste Inbetriebnahme von Fernspeisungsnetzwerken wie PoE zu erleichtern. Die nachstehend aufgelisteten Dokumente dienen als Grundlage für viele der in diesen Hinweisen zur Implementierung enthaltenen Richtlinien.

Die Richtlinien in den auf der rechten Seite aufgeführten Dokumenten beinhalten die maximale Strombelastbarkeit von Kategoriekabeln, die typischerweise in Gewerbegebäuden von Unternehmen unter verschiedenen Installationsbedingungen und Umgebungstemperaturen verwendet werden. Dank diesen Richtlinien kann die Verkabelung so entworfen, installiert und betrieben werden, dass eine optimale thermische und elektrische Leistung in verschiedenen Konfigurationen erreicht wird. Die Richtlinien unterstützen die Bereitstellung von Energie unter Nutzung aller vier Paare bis zu 1000 mA pro Paar (500 mA pro Leiter) für eine maximale Leistung von 100 VA (100 Watt) an der Stromquelle über Verkabelung mit vier Kabelpaaren.

Zwecks einer stärkeren Übereinstimmung und Harmonisierung der Installationsverfahren schreibt der vorgeschlagene Standard IEC 60364-7-716 (neuer Abschnitt des IEC-Standards, der in vielen internationalen elektrischen Codes als Referenz herangezogene Standard für elektrische Installationen) vor, dass im Falle einer Nutzung von Telekommunikationsverkabelung zur Energiebereitstellung die Planung und Installation in Übereinstimmung mit den Standards ISO/IEC 14763-2 oder CENELEC EN 50174 erfolgen sollen.

 

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Implementierungsrichtlinien

  1. Richtlinien TIA TSB 184-A für die Unterstützung der Energieversorgung über symmetrische Twisted-Pair-Verkabelung
  2. ISO/IEC TS 29125 INFORMATIONSTECHNOLOGIE – TELEKOMMUNIKATIONSVERKABELUNG – ANFORDERUNGEN FÜR DIE FERNSPEISUNG VON ENDGERÄTEN
  3. CENELEC CLC/TR 50174-99-1 Informationstechnologie – Kabelinstallation – Teil 99-1: Fernspeisung
  4. NEC NFPA 70 Code
  5. TIA 569.D-2: Berücksichtigung von zusätzlichen Kabelwegen und Platz zur Unterstützung von Fernspeisung über eine symmetrische Twisted-Pair-Verkabelung
  6. BICSI-Installationsrichtlinien für Fernspeisung
  7. Überarbeitung ISO/IEC 14763–2 mit Fernspeisungsplanung und Installation in Entwicklung
 

Zugehörige Informationen

 

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